Experten warnen zunehmend vor einer unkontrollierten Einnahme von Hormonen. Langfristiger Einsatz von Hormonpräparaten erhöht das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Dies trifft jedoch nicht auf Medikamente zu, die pflanzliche Hormone (Phytohormone) enthalten.
Vertiefung
Natürliche Hormontherapie
Orangen sind ein natürlicher Lieferant von Vitamin C. Die Natur stellt uns jedoch keine Pflanzen zur Verfügung, aus denen wir Hormone gewinnen können. Der Begriff «natürliche Hormontherapie» lockt daher viele Frauen auf eine falsche Fährte.
Bio-identische Hormone?
Eine ganze Pflanze kann nicht patentiert werden. Wohl aber ein aus einem pflanzlichen Ausgangsstoff extrahierter Wirkstoff, der in vielen Synthese-Schritten zum bioidentischen Hormon umgewandelt wird. In dieser Form ist es nicht natürlich, sondern eben nur naturidentisch, und damit halt doch «künstlich». Viele Frauen sind darüber sehr enttäuscht, weil sie sich eine rein natürliche Therapie vorgestellt haben.
Der entscheidende Unterschied in der Naturmedizin liegt darin, dass die Gesamtheit aller Inhaltsstoffe einer Pflanze im Zusammenspiel gewürdigt und geschätzt werden. Die Orange liefert ja auch nicht nur Vitamin C, sondern Hunderte anderer Stoffe, die man zum Teil überhaupt noch nicht kennt und gerade diese verschiedenen Stoffe wirken im Körper auf hochkomplexe Weise zusammen.
Pflanzen- oder Phyto-Hormone sind im eigentlichen Sinne eher Botenstoffe, die in unserem Körper hormonähnlich wirken und ähnliche Aufgaben übernehmen oder die Produktion von eigenen Hormonen anregen. Die angestrebte Wirkung ist die Selbstregulation und nicht eine Substitution. Auf meiner Website finden Sie unter dem Stichwort «hormonell wirksame Pflanzen» eine Auflistung der verschiedenen pflanzlichen Wirkstoffe und deren Wirkspektrum.
Homöopathie
Bei beginnenden Beschwerden oder als sanftes Regulans stehen ausserdem die homöopathisch potenzierten Hormone als Globuli oder als Crème zur Verfügung.
In meiner Praxis verordne ich stets nach dem Prinzip «so viel wie nötig, so wenig wie möglich».
Hormon-Test für Frauen
Ihr Kompass durch den Hormon-Dschungel
Östrogendominanz? Progesterondefizit? Androgenüberschuss? Cortisoldefizit?
Finden Sie heraus, ob Ihre Beschwerden zu einer Hormonstörung passen:
- Lesen Sie sorgfältig die Liste der Symptome in jeder Gruppe und kreuzen Sie die für Sie zutreffenden an
- Zählen Sie die Kreuze in jeder Gruppe. Wenn Sie mindestens zwei oder mehr Beschwerden angekreuzt haben, ist davon auszugehen, dass Sie die in dieser Gruppe beschriebenen Hormonstörung haben
- Besprechen Sie das Ergebnis mit mir. Zur weiteren Abklärung sollte ein Hormon-Test gemacht werden
Gruppe 1
0 angekreuzt
Gruppe 2
0 angekreuzt
Gruppe 3
0 angekreuzt
Gruppe 4
Ist eine Kombination aus den Symptomen der Gruppen 1 und 3.
Gruppe 5
0 angekreuzt
Gruppe 6
0 angekreuzt
Auswertung
Gruppe 1: Progesterondefizit möglich
Dies ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen aller Altersstufen. Sie sollten Ihre Ernährung umstellen: Verzicht auf Kuhmilchprodukte, mehr Gemüse und Obst, weniger Fleisch, eher Fisch, kaltgepresste Öle, frische Kräuter.
Gruppe 2: Östrogendefizit möglich
Dies ist die häufigste Störung bei Frauen während und nach der Menopause, vor allem, wenn sie sehr zierlich und dünn sind. Stellen Sie Ihren Speiseplan um. Essen Sie mehr frische Zutaten.
Gruppe 3: Exzessiver Östrogenüberschuss möglich
Dies ist meist der Fall bei Frauen, die lange künstliche Hormone genommen haben. Machen Sie einen Hormontest und stellen Sie auf natürliche Hormone oder Phytohormone um.
Gruppe 4: Östrogendominanz möglich
Das ist der Fall, wenn die Balance zwischen Östrogen und Progesteron gestört ist. Hier ist meist das Progesteron anzuheben. Trifft häufig Frauen zwischen 40 und 50 Jahren.
Gruppe 5: Überschuss an Androgenen möglich
Dies ist oft der Fall bei zu viel Zucker und dem gehäuften Verzehr von einfachen Kohlehydraten (Süssigkeiten) und bei Frauen mit PCO ( polyzystischen Ovarsyndrom). Hier sollen alle Hormone im Speichel sowie das Insulin gemessen werden.
Gruppe 6: Cortisoldefizit möglich
Dies ist der Fall bei Erschöpfung der Nebennierenrinde, wie sie durch Dauerstress in Beruf und/oder Familie vorkommt. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die doppelt und dreifach belastet sind, laufen Sie Gefahr, Ihre Nebennieren zu erschöpfen. Irgendwann geht dann gar nichts mehr (Burn-out). Hier sollten Sie neben den Geschlechtshormonen auch die Funktion der Nebennieren sowie Cortisol prüfen lassen (siehe Kapitel «Burnout-Vorboten» mit einem eigenen Selbsttest).
Dieser Test ersetzt keinen Besuch beim Arzt bzw. Heilpraktiker und soll lediglich einen ersten Einblick in die verschiedenen Hormonstörungen geben. Hintergründe zu den verschiedenen Hormongruppen finden Sie im Kapitel «Hormongruppen und deren Auswirkungen».
In meiner Praxis berate ich Sie und führe sämtliche Analysen durch.
Hormongruppen und deren Auswirkungen
Östrogene
Östrogene sind die weiblichen Geschlechtshormone und werden vor allem in den Eierstöcken gebildet, daneben auch im Mutterkuchen (Plazenta), in der Nebennierenrinde und in geringer Menge im männlichen Hoden
Progesteron
Progesteron ist ein weibliches Geschlechtshormon und wird vorwiegend im Gelbkörper und im Mutterkuchen gebildet. Bei Erwachsenen beiderlei Geschlechts werden geringe Progesteronmengen in der Nebennierenrinde produziert.
Gestagene
Gestagene sind synthetische Hormone, die dem Progesteron, dem körpereigenen Gelbkörperhormon, ähneln. Die künstlich hergestellten Gestagene werden in der hormonellen Schwangerschaftsverhütung zur Verhinderung des Eisprungs eingesetzt.
Androgene
Androgene ist ein Sammelbegriff für die männlichen Sexualhormone. Sie sind geschlechtsspezifisch wirksam, indem sie die Geschlechtsdifferenzierung der männlichen Fortpflanzungsorgane fördern. Sie sind auch für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale wir z. B. den Bartwuchs, Körperbehaarung und Stimmbruch verantwortlich. Androgene sind anabol wirksam, d. h. sie fördern das Knochen- und Muskelwachstum. Wichtigstes Androgen ist das Testosteron. Männliche Hormone werden auch in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde von Frauen produziert. Ein Östrogenmangel in der Postmenopause kann zu einem relativen Überschuss der männlichen Hormone führen.
Testosteron
Wichtigstes Androgen ist das Testosteron. Männliche Hormone werden auch in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde von Frauen produziert. Ein Östrogenmangel in der Postmenopause kann zu einem relativen Überschuss der männlichen Hormone führen.
Das Androgen Testosteron stimuliert geschlechtsunspezifisch Wachstum und Produktivität der Talgdrüsen. Die übermässige Talgproduktion nennt man Seborrhoe. Darüber hinaus können in ungünstiger Weise Reifungsvorgänge der Hornzellen im Ausführungsgang des Talgdrüsen-Haarfollikelapparates beeinflussen. Das Resultat ist eine überschiessende Verhornung. Treffen beide Faktoren zusammen, können sich Komedonen (auch «Mitesser» genannt) als erste Anzeichen der Akne bilden.
Hormonzyklus
ab Mitte 20
Männer beginnen sich bereits mit Ende zwanzig hormonell zu verändern, aber der männliche Hormonzyklus verläuft unspektakulär und «friedlicher», weil der Hormonabfall langsam und stetig fast unmerklich vor sich geht. Die weiblichen Hormone hingegen «stürzen» regelrecht ab - zwar erst ab zirka 40 Jahren - aber danach umso drastischer.
ab 40 bis 45 Jahre
Abbau des Gelbkörperhormons (Progesteron).
Folgen: Gewichtszunahme, Venenprobleme, Wasserstau, Depressionen.
ab 50 Jahren
Abbau der Östrogene.
Folgen: Knochenschwund, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Neigung zu Blasenentzündung, Nervosität, Depressionen.
ab zirka 55 Jahren bei Männern und zirka 60 Jahren bei Frauen
Ausfall von DHEA (Dehydroepiandrosteron), einem Hormon der Nebenniere, das vor Stress schützt, den Fettaufbau bremst und damit eine Gewichtszunahme verhindert. DHEA ist - ähnlich wie Melatonin - ein Hormon, das dem Körper hilft, Energien zu bewahren. Es schaltet den Organismus auf Sparkurs und schont damit die Zellen. DHEA ist ein Hormon, das am meisten für das Altern verantwortlich ist.
Folgen: Zellalterung, Herz- und Kreislaufstörungen, Gewichtszunahme, Gedächtnisschwäche.
ab zirka 60 Jahren
Abbau von Testosteron.
Folgen: Vitalitätsverlust, keine Lust mehr auf Sex, Fettpolster.
ab zirka 65 Jahren
Verlust des Wachstumshormons Somatropin (STH) oder Human Growthhormon (HGH)
Folgen: Schlaffes Bindegewebe, Muskelabbau, Schwächegefühl, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.
Machen Sie einen Hormontest und nutzen Sie die Unterstützung natürlicher Hormone oder Phytohormone.

Hormonell wirksame Pflanzen
Damiana (Turnera aphrodisiaca)
Allgemeines und sexuelles Tonikum der Maya; Tee oder Extrakte regen Eisprung und Libido an (östrogenähnliche Wirkung).
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln
Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)
Wirkt gestagenartig.
Anwendung: Tee
Ginseng (Panax ginseng)
Allgemeines und sexuelles Tonikum mit leicht östrogenartiger Wirkung.
Anwendung: Extrakt in Kapseln
Granatapfel (Punica granatum)
Enthält im Samen Östron.
Anwendung: spagyrische Essenz
Hopfen (Humulus lupulus)
Zubereitungen aus frischen Hopfenzapfen wirken östrogenähnlich; dämpfen den Geschlechtstrieb von Männern und steigern die Libido bei Frauen.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
Eine sehr wichtige Pflanze zum Ausgleich des Progesteronmangels.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln
Maca (Lepidium meyenii)
Fruchtbarkeitsfördernd, bei PMS und im Klimakterium.
Muira Puama (Richeria grandis)
Sexuell wirksames Tonikum mit leicht östrogenähnlicher Wirkung.
Anwendung: Pulver
Raute (Ruta graveolens)
Die östrogenartige Wirkung; dämpft ähnlich wie Hopfen den Geschlechtstrieb der Männer und steigert den der Frauen.
Anwendung: spagyrische Essenz
Rotklee (Trifolium pratense)
Die östrogenartige Wirkung verhindert die Symptome der Wechseljahre.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln
Himbeere (Rubus idaeus)
Knospenextrakt, reguliert das weibliche Hormonsystem und die Funktionen der Eierstöcke, wirkt entspannend, krampflösend und schmerzstillend.
Anwendung: Mundspray
Salbei (Salvia officinalis)
Wirkt östrogenartig und schweisshemmend.
Anwendung: Tee und Pflanzenpulver Kapseln
Soja (Phytosoja)
Wirkt östrogenartig, enthält grosse Mengen Isoflavone.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln
Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Meistgebrauchte Heilpflanze mit östrogenartiger Wirkung.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln
Yamswurz (Dioscorea macrostachya)
Die Yamswurzel unterstützt ohne Nebenwirkungen die Hormontätigkeit mit pflanzlichem Diosgenin, das wie Progesteron wirkt und den periodischen Hormonwechsel im Körper der Frau harmonisiert. Diosgenin stimuliert auch die Produktion von DHEA (DeHydroEpiAndrosteron) in den Drüsen der Nebennieren.
Anwendung: Pflanzenpulver in Kapseln, Creme zur transdermalen Anwendung, Vaginalzäpfchen
Es ist darauf zu achten, dass in Pulvern und Extrakten Bestandteile der ganzen Pflanze Verwendung finden.
Sex: Lust statt Frust
«Der Anfang der Liebe ist, dass wir diejenigen, die wir lieben, völlig sie selbst sein lassen und sie nicht nach unserer eigenen Vorstellung umformen. Andernfalls lieben wir nur unser Ebenbild, das wir in ihnen finden.» – Thomas Merton
Rauschende Fluten, reissende Ströme, mächtige Wasserfälle, rhythmische Wellen, plätschernde Bäche, stille Wasser, feine Rinnsale. Solange die Quelle nicht versiegt fliesst Wasser in unterschiedlichster Form.
Lust verändert sich im Laufe des Lebens.
In «jungen» Jahren geht es häufig um Leistung, Sexpraktiken und Durchhaltevermögen. Mitunter machen wir Dinge, die uns gar nicht gefallen oder heucheln Gefühle, die wir gar nicht empfinden. Wenn wir mit zunehmendem Alter an Souveränität gewinnen, mag Sex zwar an Quantität verlieren, durchaus aber an Qualität zulegen.
Was, wenn Sie den Eindruck haben, Ihre Quelle ist am versiegen?
Dann ist es an der Zeit, einen genauen Blick auf das Hormonsystem zu richten.
Ein Rückgang der Geschlechtshormone mit zunehmendem Lebensalter ist an sich nicht krankhaft. Sehr wohl jedoch das Versiegen der physischen und psychischen Quelle und Faktoren wie Schilddrüsen- und Nebennierenstörungen (siehe Kapitel «Nebennieren»).
Ein Speicheltest gibt Aufschluss.
Viele Patienten wünschen sich dann eine «natürliche» hormonelle Unterstützung (siehe Kapitel «Natürliche Hormontherapie»). Bei Fragen zu Wirkungen und Wechselwirkungen und Dosierungen berate ich Sie gerne und auch zu freiverkäuflichen «natürlichen» Mitteln.
Nachfolgend möchte ich Ihnen drei sanfte Sex-Helfer aus der Natur vorstellen als Alternative zu Flibanserin und Viagra:
Damiana (Turnera aphrodisiaca)
Allgemeines und sexuelles Tonikum der Maya; Tee oder Extrakte regen Eisprung und Libido an (östrogenähnliche Wirkung), wirken gegen Anspannung und Ängste, sollen Mann und Frau mehr Freude am und Durchhaltevermögen beim Sex bescheren. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Inhaltsstoffe durchblutungsfördernd auf die Geschlechtsorgane, aphrodisierend, belebend und anregend auf die Schleimproduktion (vaginale Trockenheit aber auch lösend bei Husten) wirken.
Auch die Homöopathie setzt Damiana traditionell bei Erschöpfung und sexueller Unlust ein.
Yohimbin
Das Kraut bzw. die Rinde kommt aus Westafrika und ist ebenfalls für seine aphrodisierende Wirkung bekannt, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Es wird auch oft bei psychisch verursachter Impotenz eingesetzt, sensibilisiert die weiblichen Geschlechtsorgane und fördert die Durchblutung im Becken. Die Wirkung setzt normalerweise ungefähr 15 bis 45 Minuten nach Einnahme ein und hält für etwa zwei Stunden an. Da Yohimbin ein Enzym in der Leber hemmt, das für den Abbau giftiger Substanzen verantwortlich ist, sollte für den Zeitraum der Einnahme auf alkoholische Getränke, reife Käsesorten, Bananen, Sauerkraut, Ananas und Schokolade verzichtet werden. Es schützt darüberhinaus die Arterien gegen Verstopfung.
Maca – das Potenzmittel aus den Anden
Die Maca-Wurzel wirkt energiespendend und kräftigend, hilft gegen Müdigkeit und Energiemangel. In Peru nehmen viele Frauen Maca ein, um ihre Sexualität zu verbessern oder Wechseljahrsbeschwerden (insbesondere Angstzustände und depressive Verstimmungen) in den Griff zu bekommen. Einnahmezeitraum mind. 4 Wochen. Mittlerweile hat Maca auch einen grossen Stellenwert in der ganzheitlichen Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch, weil es einen natürlichen Weg darstellt, nicht nur die Grösse und Anzahl, sondern auch die Beweglichkeit der Spermien zu erhöhen.
Gerne berate ich Sie zu Bezugsquellen und Dosierung.
Ich wünsche Ihnen ein erfülltes Sexleben.
Tausendsassa Progesteron – Hormonkunde für Fortgeschrittene
Östrogen ist das bekannteste weibliche Hormon. Östrogene sind für den Eisprung verantwortlich, sie bereiten die Gebärmutter durch das Wachstum der Schleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor. In der Pubertät bewirken sie die Ausbildung der typischen weiblichen Geschlechtsmerkmale: Brüste, hohe Stimme sowie weibliches Behaarungs- und Fettverteilungsmuster. Östrogene stimulieren die Knochenreifung, senken den Cholesterinspiegel und führen zu vermehrter Wassereinlagerung im Gewebe.
Auf der Steuerungsebene macht Östrogen formbar und gefügig. Es ist das Hormon der Selbstaufgabe, des Selbstvergessens.
Östrogendominanz – eine Zivilisationskrankheit
Frauen wie Männer leiden tendenziell unter einem Östrogenüberschuss (Östrogendominanz) und einem relativen Progesteronmangel. Östrogenwirksame Umweltgifte in Pestiziden, Insektiziden und Kunststoffen, der trotz Verbots immer wieder festgestellte Einsatz des Östrogens in der Fleischmast, aber auch eine Belastung des Grundwassers mit Östrogen durch die weite Verbreitung der «Pille» sind hierfür verantwortlich zu machen. Durch biologische Ernährung und die Einschränkung des Fleischkonsums kann ein Teil der Belastung vermindert werden.
Progesteron ist im Körper der natürliche Gegenspieler zum Östrogen. Das schwangerschaftserhaltende Hormon wird erst nach dem Eisprung (ca. am 14. Tag nach Beginn der Menstruation) vom sogenannten Gelbkörper (der umgewandelten Eihülle) produziert. Wenn tatsächlich eine Schwangerschaft eintritt, sorgt es für ihren Fortbestand, bereitet die Brustdrüse auf die Milchproduktion vor und erhöht dauerhaft die Basaltemperatur (die Temperatur, die sofort morgens nach dem Aufwachen gemessen wird. Ist die Frau nicht schwanger, erhöht sie sich nach dem Eisprung um etwa ein halbes Grad und sinkt vor der Monatsblutung wieder auf den Ausgangswert ab.)
Tausendsassa Progesteron
Progesteron kurbelt körperintern die Östrogensynthese an, es ist ein Vorläufer des Östrogens und stimuliert auch die Östrogenrezeptoren. Der Körper kann das Progesteron in Östrogen umwandeln, aber nicht umgekehrt, eine spannende Tatsache. Heisst das doch, dass Gabe von Progesteron oder noch besser eines pflanzlichen Äquivalents regulierend auf beide Hormone wirken kann. Aus Progesteron entsteht aber auch Kortison, das entzündungshemmend wirkt und somit bei Weichteilrheuma einen positiven Effekt aufweist.
«Progesterondominante» Frauen, so darf man sagen, sind sexuell aktiver, leiden weniger an Übergewicht, wirken ausgeglichener, leiden kaum an Menopausebeschwerden oder Knochenschwund und sind allgemein von gesundem Aussehen. Wer dies nicht glaubt, der reise zu den Trobriandeninsulanern, deren Kost einen reichen Anteil an Yamswurzeln aufweist. Weltweit ist die Yamswurzel der Progesteronspender und wird eigens zu diesem Zweck angebaut.
Es ist also sinnvoll, Menopausebeschwerden vorerst nur mit «natürlichem» Progesteron, das im Gegensatz zu künstlich hergestelltem zudem keine Nebenwirkungen aufweist, zu behandeln. In den meisten Fällen ist ein Östrogenzusatz dann gar nicht mehr notwendig. Würde man einer Frau, die nur einen Mangel an Progesteron aufweist, eine der geläufigen «Wechseljahrmischungen» aus Östrogenen und künstlichen Progesteronen verordnen, so würde man ihr einen Bärendienst erweisen. Zu den alten Beschwerden kämen unter Umständen neue Befindlichkeitsstörungen wie Gewichtszunahme, Brustspannen und depressive Verstimmungen hinzu.
Nach der Menopause sind Frauen durch die Trockenheit in der Scheide vermehrt Entzündungen im Genitalbereich ausgesetzt. Antibiotika helfen da nur kurzzeitig und sollten nur im Notfall abgegeben werden. Die Ursache liegt in einem Verlust an Abwehrkraft infolge Hormonmangels. «Natürliches» Progesteron in die Scheide eingeführt beseitigt nebenwirkungsfrei die Trockenheit und bessert die Schleimhäute nachhaltig. Reizblasenbeschwerden verschwinden schon nach kurzer Zeit. Blasenentzündungen treten nur noch selten auf und – die sexuelle Lust, die Libido, kehrt zurück. Eine Gefahr einer Zellüberstimulierung und daraus resultierendem Krebsrisiko wie bei einer Östrogentherapie besteht nicht.
Burnout-Vorboten
… wenn die Nebenniere schlapp macht. Kreuzen Sie an, was auf Sie zutrifft:
0 angekreuzt
- Lesen Sie sorgfältig die Liste der Symptome durch und kreuzen Sie die für Sie zutreffenden an
- Zählen Sie die Kreuze. Wenn Sie mindestens drei oder mehr Beschwerden angekreuzt haben, ist davon auszugehen, dass Sie eine Hormonstörung haben
- Besprechen Sie das Ergebnis mit mir. Zur weiteren Abklärung kann ein Hormon-Test veranlasst werden
Dieser Test ersetzt keinen Besuch beim Arzt bzw. Heilpraktiker und soll lediglich einen ersten Einblick in die verschiedenen Hormonstörungen geben.
Nebennieren: Hintergrundinformationen
Die Nebennieren sind walnussgrosse Organe oben auf den Nieren. Sie kontrollieren Funktionen der Organe und Drüsen. Ihre Hormone beeinflussen die Verteilung gespeicherter Fette, die Regulierung des Blutzuckers, die ordnungsgemässe Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des Verdauungstraktes.
Nach der Lebensmitte werden in den Nebennieren die meisten Sexualhormone produziert. Diese Hormone haben Einfluss darauf, was wir denken und fühlen. Die zahlreichen physischen, emotionalen und psychologischen Auswirkungen reichen vom Ausmass der Libido bis zur Tendenz, zuzunehmen.
Das bekannteste Nebennierenhormon Cortisol wird gerne als Stresshormon bezeichnet, ist jedoch eher eine Art Aktivitätshormon, das die Energieversorgung des Körpers an die äusserlichen Erfordernisse anpasst. Morgens geht der Cortisolspiegel hoch, um uns in die Tagesaktivität zu bringen, zum Abend sinkt der Spiegel, damit wir uns auf die Nachtruhe einstellen. Die entzündungshemmende Wirkung von Cortisol minimiert die negativen Auswirkungen von Alkohol, Medikamenten, Nahrungsmitteln und Erregern aus der Umwelt.
Unsere Nebennieren sind nahezu erschöpft, wenn wir ständigem Stress unterworfen sind. Für unsere Leistungsfähigkeit konsumieren wir tagsüber Nikotin oder Koffein (Energy-Drinks) und am Abend Schlafmittel oder Alkohol für die nötige Ruhe und Entspannung. Kurzfristig ist das für den Körper kein Problem, aber langfristig entsteht ein Teufelskreis – es werden immer weniger Hormone hergestellt und wir greifen immer mehr zu vielerlei Mittelchen. Je chronischer eine Erkrankung ist, desto schwächer ist bei den Betroffenen die Reaktion der Nebennieren. Dauerentzündungen, Autoimmunerkrankungen und Burnout sind die Folge.
Schwächung der Nebennieren
- Schlafmangel (langes Wachbleiben, auch wenn man müde ist)
- Eine beständige Situation der Machtlosigkeit, wie das längere Aushalten einer Zwickmühlensituation
- Ein starkes emotionales Trauma wie der Tod oder die Trennung von einer nahestehenden Person
- Langwierige, wiederkehrende Infektionen, Operationen, von denen man sich nicht wieder vollständig erholt
- Chronische Infektionen wie Borreliose, Epstein-Barr-Virus, Herpes simplex und Zoster-Virus
Was Sie tun können
- Gehen Sie möglichst vor 22.00 Uhr ins Bett.
- Fahren Sie das System am Abend herunter. Meiden Sie Aufregungen und Unfrieden.
- Schlafen Sie möglichst oft bis 9.00 Uhr.
- Stellen Sie Stressfaktoren, Energieräuber und eine ungesunde Lebensführung so weit wie möglich ab.
Werden die Nebennieren gestärkt, erhalten auch alle anderen Drüsen im Körper Power – wir verbessern somit die gesamte Hormonbalance.
Diagnose und Therapie
Diagnostiziert wird die Nebenniereninsuffizienz durch einen Speicheltest.
Die Therapie erfordert eine medikamentöse Begleitung. Zunächst wird über eine sanfte naturheilkundliche Stimulation der hormonellen Steuerungsachse und der Nebennieren die körpereigene Cortisol- Produktion gesteigert. Auf der Mikronährstoffebene sollte auf eine ausreichende Versorgung durch Vitamin B-Präparate, Vitamin C, Magnesium, Probiotika und Enzyme geachtet werden. Achtung, es bestehen Interaktionen von Nebenniere und Schilddrüse. Bevor man eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt, sollte man auf jeden Fall vorher die Nebenniere betrachten und ggf. behandeln.
Ich berate Sie gerne in der Hormonsprechstunde.






